Fuchsjagd

Tipps für die Fuchsjagd: Mit Plan zum Jagderfolg

Fuchs in Katenfalle
Klappe zu: Wer es ernst mit der Raubwildbejagung meint, muss die Fangjagd forcieren. Hier ging Reineke in die Kastenfalle. – © Eike Mross

Text: Christian Schätze

Bei der Fuchsjagd kann man viel falsch machen. Auch beim Autor lief nicht immer alles glatt. Eine Analyse half ihm schließlich, seine Strecke zu vervielfachen!

Pläne schmieden: Der größte Fehler bei der Fuchsjagd ist in meinen Augen, den Erfolg dem Zufall zu überlassen. Denn wer nur Rotröcke erlegt, die zufällig beim Sauenansitz vorbei schnüren, wird nie auf hohe Jahresstrecken kommen. Fuchsjagd setzt genaue Planung voraus.

Ausdauernd sein: Eine der wichtigsten Eigenschaften eines erfolgreichen Raubwildjägers ist die Ausdauer. Schnelle Erfolge gibt es nur in Ausnahmefällen. Wer jedoch die Fuchsjagd ernst nimmt und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lässt, wird auch Weidmannsheil haben.

Biologie beachten: Wie bei allen anderen Wildarten gibt es auch bei der Jagd auf den Rotfuchs gute und schlechte Zeiten. Sternstunden der Raubwildjagd erleben nur Jäger, die sich mit der Biologie der Räuber beschäftigen. Dabei ist es am wichtigsten, die Phasen mit der höchsten Aktivität (Jungfüchse am Bau, Stoppeljagd, Ranzzeit) zu nutzen.

Fuchsjaeger mit Abendstrecke
Er wusste wo die Räuber jagen und hat seine Chancen genutzt.

Früh starten: Immer mehr Jäger scheuen sich davor, die Jagd am Wurfbau auszuüben. Dabei gehört sie zu den effektivsten Jagdmethoden überhaupt. Wer die Welpen erst raubmündig werden lässt, macht sich und dem Niederwild nur unnötig das Leben schwer. Deshalb lieber April/Mai die bekannten Baue abklappern, ansitzen oder (noch besser) die Jungfuchsfallen einbauen. So stehen schnell die ersten 4-6 Füchse auf der Habenseite.

Jede Chance nutzen: Ein sehr häufig zu beobachtender Fehler ist, beim Schalenwildansitz Füchse zu pardonieren. Wer es ernst meint, nutzt jede sich bietende Gelegenheit. Die Angst, dass man durch den Schussknall den Bock oder die Sau vergrämen könnte ist zwar verständlich, wird aber deutlich überschätzt. Wer einen guten Schalldämpfer benutzt, muss sich noch weniger Gedanken bezüglich der Störung anderer Wildarten machen.

Verschiedene Ranzbeller
Ranzbeller: Mithilfe von Lockern lässt sich die Fuchsstrecke deutlich steigern.

Rauf auf die Stoppeln: Der zweite jagdliche Höhepunkt nach dem Ansitz am Bau ist zweifellos die Stoppeljagd. Zuerst wird die Gerste gedroschen, danach folgen Roggen, Weizen und Raps. Wer dann die Augen offen hält, findet schnell die besten Plätze (Auf Fraßreste, Losung, Pässe achten!). Mithilfe von Wärmebildgeräten oder Restlichtverstärkern lassen sich heute selbst bei stockdunkler Nacht Rotröcke bestätigen. Am nächsten Tag eine kleine Leiter aufstellen und los!

Locker einsetzen: Mithilfe akustischer Locker lässt sich die Fuchsstrecke deutlich steigern. Bevor es ins Revier geht, sollte der Jäger aber zuhause üben. Bewährt haben sich Vogelklage, Kaninchenklage und Mauspfeifchen. Ältere Jäger sollten zu den beiden erstgenannten Lockern greifen. Durch das (altersbedingte) schlechte Gehör nehmen viele das feine Pfeifen der Klage nicht mehr richtig wahr und pusten viel zu stark hinein. Füchse ergreifen dann schnell die Flucht.

Nicht verzagen: Beim Ansitz auf Reineke kann man gar nicht oft genug das Kaninchen sterben lassen. Es ist kein Problem, im 5-Minuten-Takt zu klagen. Der Todeskampf der Krummbeine kann sich auch in der Natur „ewig“ hinziehen. Wichtig: Nach dem Schuss sofort weiter locken. Das überspielt den Schussknall und lässt weitere Rotröcke zustehen.

Jaeger mit Fuchsjagd Schirm
Wer flexibel ist und sich tarnt, hat in der Regel auch mehr Jagderfolg.

Verschiedene Sitze nutzen: Bei der Fuchsjagd muss der Jäger flexibel sein. Deshalb leichte Leitern einsetzen, die sich schnell umstellen lassen. Kommt der Fuchs nicht zum Jäger, muss der eben zu ihm.

Luderplätze beschicken: Wer nur aller paar Wochen mal was auf den Luderplatz wirft, darf nicht zu viel erwarten. Findet Reineke hingegen immer ein paar Bröckchen, wird er auch öfter vorbeischauen. Die Erfahrung zeigt, dass der Luderplatz mit den Jahren immer besser wird. Zwei, drei regelmäßig beschickte Luderplätze sind meistens besser als zehn halbherzig unterhaltene. Beim Einrichten auf die Hauptwindrichtung achten!

Vertraute Waffe führen: Wer auf Reineke jagt, muss seine Waffe blind beherrschen. Der Vorteil der Bockbüchsflinte bzw. des Drillings ist, dass beide neben dem Kugel- auch einen Schrotlauf besitzen. Mit der Kugel kommt es bei sehr nah zustehendem Wild schnell zu Fehlschüssen. Sicherung bzw. Spannschieber sollten nahezu lautlos betätigt werden können. Feinabzüge sind Stechern vorzuziehen. Welches Kaliber (.17 Hornet, .222 Rem., .22-250 Rem., .243 Win., Schrot etc.) verwendet wird, hängt von den Revierverhältnissen ab.

Fuchs verscheckt im Maisfeld
Neugieriger Rotrock im Mais: Jungfüchse lassen sich gut mit der Vogelklage anlocken.

Gruppenansitze planen: In den Hochphasen, also wenn die Füchse laufen, sollten mehrere Gruppenansitze durchgeführt werden. So lässt sich die „Hochzeit“ optimal nutzen. Wer die Rotröcke erlegt, sollte egal sein. Also: Chancen nutzen!

Fallenjagd forcieren: Auch wenn es nicht einfach ist, Reineke zu fangen, sollten Fallen (Betonrohrfallen, Kofferfallen, große Kastenfallen) im Revier aufgestellt werden. Tipp: Fallenmelder einsetzen. Das spart Zeit und Benzinkosten.

Auf Baujagd setzen: Die Bodenjagd ist nicht nur spannend, sondern sie kann auch sehr effektiv sein. Wer keinen Erdhund hat, sollte sich mit Baujägern kurzschließen und Jagdtermine im Revier fixieren. Kunstbaue erleichtern die Arbeit des Erdhundes.

Baukataster angelegt: Wer die bekannten Fuchsbaue und Dachsburgen in seiner Revierkarte einträgt und diese immer wieder aktualisiert, weiß ganz genau, wo er in der nächsten Saison beim Jungfuchsfang ansetzen muss. Auch während der Ranz sind sie echte Hotspots.

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