Feldsauen

Schwarzwild-Bejagung: Kaliber für die Feldkante

Wildschweinrotte-am-Feld
– © Carol Scholz

Text: Redaktion Unsere Jagd

An der Feldkante auf Schwarzwild zu jagen, ist eine heikle Sache. Denn Nachsuchen im Raps, Mais oder Grünroggen werden schnell ungemütlich bis gefährlich. Wohl dem, der ein 8,5er-Kaliber (.338) führt.

Potente .338er Kaliber erfreuen sich in Europa immer größerer Beliebtheit – vor allem bei Schwarzwildjägern. Denn 8,5 Millimeter stehen für hohe Augenblickswirkung und reichlich Schweiß. Ich habe viel mit meinen Büchsen in .338 Win. Mag., .340 Wby. Mag. und .330 Dakota gejagt. Auf Sauen war ihre Wirkung nahezu identisch – meist lagen die Stücke im Feuer oder nach kurzer Flucht von etwa 50 Metern. Das gilt auch für starke Rothirsche, die ich in Ungarn und Polen bejagte. Geeignet sind diese Kaliber auch für schweres afrikanisches Wild (Lebendgewichte 300 bis 600 kg). In Nordamerika führte ich die .338 Win. Mag. auf Elch und die .330 Dakota auf Wapiti. Auf 100 bzw.knapp 300 m lagen beide mit Blattschüssen im Feuer. 

Das metrische Maß 8,5 mm entspricht der angloamerikanischen Maßeinheit 0,338 Inch (Zoll). Kaliber mit gerundetem Nennwert wie .340 Wby. Mag. oder .330 Dakota werden ebenfalls mit .338er-Geschossen versorgt. Im Lauf der Jahrzehnte gesellten sich zur .338 Win. Mag.  noch einige stärkere Kaliber wie die .340 und .338-378 Wby. Mag., .338 RUM, .330 Dakota, .338 A-Square oder 8,59 Lazzeroni Titan. Schließlich sprang das Militär mit den Scharfschützenpatronen .338 Lapua Mag. und .338 Norma Mag. auf den Zug auf. Selbst für Unterhebelrepetierer gibt es eine .338 Marlin Express.

Im Zeichen der Schalldämpfer

In den vergangenen Jahren folgten spezielle Entwicklungen, die einem eng umrissenen Zweck wie Optimierung für Kurzläufe und Schalldämpfer oder als Kraftpaket für Kurzsysteme dienen. Zu nennen sind dabei 8,5 x 55 Blaser, .338 Federal und .338 Ruger Compact Magnum. Weltweit haben sich die .338er-Jagdkaliber auf starkes Wild bewährt. Schon ihr großer Durchmesser und das hohe Geschossgewicht sowie die Querschnitts­belastung sprechen für eine gute Augenblickswirkung. Ausschuss ist bei sehr kräftigen Wild nicht immer gegeben, aber Wirkung zeigen die Kaliber recht schnell. Die Flugbahn der .338 Win. Mag. (14,6 g/ 225 gr Nosler AB) ist mit etwa der der .30-06 Spr. (10,7 g/ 165 gr Nosler AB) vergleichbar – also durchaus für Schüsse bis 300 m geeignet. Die Stoppwirkung auf wehrhaftes Wild (abgesehen von Dickhäutern) ist recht brauchbar.

Die Sache mit der Präzision

Ich benötigte allerdings einige Jahre, bis ich für meinen Repetierer in .338 Win. Mag. eine hervorragend schießende Laborierung fand. Mit einem 14,6 g/ 225 gr schweren Nosler-Partition-Geschoss schießt er nun fast Loch in Loch (Fünfer-Streukreise ≤ 2,5 cm/ 100m). 

Mit der .338 Blaser Magnum habe ich weniger Erfahrung, konnte deren Wirkung aber vielfach durch Mitteilung meines Neffen verfolgen, der sie seit einigen Jahren auf Hochwild schießt und von ihr begeistert ist. Ein von mir verwendeter Lauf (carbonummantelter Lauf von Bix’n Andy Kufstein in Blaser R8) verdaut alles an „.338 Blaser Magnum“-Fabrikpatronen und Handladungen. Die Schussleistung ist konstant und liegt bei fünf Schuss dauerhaft unter 2 cm/ 100m.

Fazit

Ich musste lernen, dass viele .338er Kaliber sehr laborierungsempfindlich sind. Noch lange nicht jede Laborierung trifft aus jeder Büchse präzise. Die Suche nach einer passenden Patrone ist oft schwierig, lohnt sich aber. Für mich haben 8,5-mm-Kaliber als starke Hochwildkaliber ihre Berechtigung, da ihre Wirksamkeit gegenüber schwächeren Kalibern deutlich erhöht ist. Es sind Allrounder für die nördliche Hemisphäre und auf Steppenwild. Nicht zuletzt kann man sie in noch führigen Jagdbüchsen unterbringen, womit man in engen Kanzeln punktet. (Roland Zeitler)

Klaiber-338-Federal
Kaliber-85x55-Blaser
Kaliber-8,5x63
Kaliber-338-Winchester-Magnum
Unsere Jagd digitale Ausgabe
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